* Besuch aus der Heimat * Store Mosse * Eishockey * Idlewild * Taberg *

18März2017

Hallo zusammen!

Da ich in den letzten Wochen fast durchgängig Besuch hatte, hatte ich leider keine Zeit euch auf dem Laufenden zu halten. Es wird besser, versprochen! smilewink

 Auch deshalb sind die Posts auf zwei aufgeteilt - da es sehr viel ist!

Während andere hier sehr viel rumgereist sind in den letzten Wochen, war ich vorwiegend in Jönköping und bin mittlerweile an dem Punkt, dass ich mich richtig eingelebt habe (was auch so manche mehr oder weniger große Heimwehattacken mit sich zog!). Was ich in der Zeit gemacht habe? Ich hatte mir vorgenommen mich richtig auf den Schwedisch-Kurs zu konzentrieren den ich hier habe, aber natürlich, wie das ist wenn man lernen sollte, habe ich viele andere Aktivitäten gefunden laughing Ich war bei ein paar Eishockeyspielen (aber dazu unten mehr), habe viel Sport gemacht (ich glaube es gab mehr Tage in den letzten Wochen mit Muskelkater als ohne, haha) und viel Zeit mit den anderen Erasmus-Studenten verbracht.

Dabei habe ich hier eine total coole Bar entdeckt, die leider nur Freitag und Samstag geöffnet haben, da sie selbst Bier brauen und damit so beschäftigt sind dass sie nur an zwei Abenden der Woche öffnen können. Betrieben wird die Bar von zwei Australiern, die seit 10 Jahren in Schweden leben und sich so quasi ihren Lebenstraum erfüllt haben. Gut für mich! laughing Jede Woche haben sie deshalb auch wieder unterschiedliche Sorten an Bier, was es auch nie langweilig werden wird.

Vermutlich haben einige von euch das Bild von Schweden, dass es hier lange Zeit sehr kalt ist und viel Schnee liegt. Leider ist dem nicht so laughing Anfang März hat es über Nacht ordentlich geschneit, erst war ich total euphorisch, und dann enttäuscht, weil dann nach zwei Tagen schon wieder alles komplett weggeschmolzen ist. Kälter als In Deutschland ist es tatsachlich, aber im Schnitt nur maximal 5°C. Denn auch hier wird es so langsam Frühling und sobald die Sonne scheint, sieht man schon die Ersten in T-Shirt (und einer tatsächlich in Sandalen) rumlaufen.

Mitte März habe ich Besuch von zwei Freundinnen aus Deutschland bekommen, ein paar mögen sie kennen, Vicky und Netti. Und da sie mit einem VW-Bus hier hoch gefahren sind, habe ich mir natürlich die ein oder andere Sache mitbringen lassen, die es hier in Schweden nicht (so günstig) zu kaufen gibt laughing

Erst haben wir Jönköping angesehen, da das aber schnell langweilig wird, sind wir am Tag darauf in den Nationalpark "Store Mosse" gefahren. Der Nationalpark besteht hauptsächlich aus einer Morrlandschaft und wir wählten eine Route, die sich um den größten See des Gebietes rumschlängelte. Womit wir aber nciht gerechnet hatten, war, dass man bereits nach 50 Meter Entfernung wegen der Vegetation schon gar nichts mehr von dem besagten See gesehen hat laughing Schön war es trotzdem! und unerwartet grün, aber seht selbst:

 

Die Regeln in einem schwedischen Nationalpark sind sehr streng. Weder dürfen Steine noch Geäst mitgenommen werden, selbst wenn sie auf dem Boden liegen und vertrocknet sind, noch darf in diesen oder am Rande Übernachtet werden, um den Tieren und der Vegetation den größstmöglichen Schutz zu bieten. Ebenso gelten die üblichen Regeln bezüglich Feuer und Müll, aber das dürfte man ja auch aus Deutschland kennen. In den schwedischen Nationalparks arbeiten auch keine Förster o.ä. Alles was umfällt wird einfach liegen gelassen (außer Bäume, die auf die Pfade fallen, die werden dann in dem Bereich des Pfades einfach durchgeschnitten), weil auch verwesendes Holz einen Lebensraum für Tiere bietet.

Besondere Tiere haben wir an diesem Tag leider nciht gesehen, nur ein paar Vögel, die sich um irgendetwas zankten und dabei einen mordslärm veranstaltet haben.

Des Weiteren sind wir zusammen auch noch auf ein Eishockey-Spiel gegangen (natürlich laughing). Dass dass nicht langweilig wird? Nein, wird es nicht! Wer Eishockey aus Deutschland kennt und es dort schon einen guten Sport findet, sollte sich unbedingt einmal ein Spiel in Schweden ansehen. Es ist viel mehr Tempo drin und es wird auch nicht bei jeder Kleinigkeit abgepfiffen, auch nicht wenn der ein oder andere Spieler so weggecheckt wird, dass er gern mal ein wenig durch die Luft fliegt. Schlägereien (oder vermutlich viel mehr Rangeleien, da sie gut gepolstert sind) sind hier regelmäßig zu erwarten. Auch diese werden in der Regel nicht abgepfiffen, da für die Schiedsrichter meist wohl gar nicht zu erkennen ist, wer angefangen hat. Und die Hauptrunde der schwedischen Liga war am 9. März zuende, womit dann klar war, welche Teams in die Playoffs einzogen. Die besten Sechs Teams der Liga ziehen in die Playoffs ein, wo dann die Gegner gegeneinander ausgelost werden (dessen bin ich mir nicht ganz sicher, aber ich tippe einfach mal, dass es so ist - wenn jemand genau weiß wie das ausgemacht wird, bitte melden! laughing). Die Teams die dann ausgelost werden, müssen sieben Spiele in Folge gegeneinander spielen, und welches Team die meisten Spiele gewinnt, zieht ins Halbfinale ein. Hv71 hat es dabei ganz gut getroffen - sie müssen die Viertelfinale der Playoffs gegen FBK Karlstad bestreiten, und da sie sie in den ersten vier Spielen direkt platt gemacht haben, ist Hv71 direkt schon im Halbfinale, in dem sie auch wieder sieben Spiele gegen die Mamö Redhawks spielen werden.

Ich würde an dieser Stelle gerne Videos einfügen, aber da das mit etwas Aufwand verbunden ist, biete ich an euch Links zuzusenden, wenn ihr sie euch ansehen möchtet - schreibt mich einfach an oder kommentiert den Beitrag!

 Des Weiteren habe ich Vicky und Netti natürlich die Bar gezeigt, die ich so toll finde (Name: Idlewild), in der wir dann so lange saßen, dass uns der Besitzer eigenhändig aus der Tür rausgeschoben hat. Ebenso haben wir den Taberg besucht, das ist der höchste Punkt Smalands:

Er ist ganze 343 Meter hoch, was für Schweden schon relativ hoch ist, und deshalb eine Attraktion der Umgebung. Einwohner wie wir aus Süddeutschland, die Berge gewohnt sind, welche meistens ebenfalls auch deutlich höher sind, werden hier vermutlich enttäuscht sein winklaughing

Das war der erste Streich, der nächste folgt sogleich! In dem Falle morgen smile

Tack för läser och ha det sa bra! smile Viele liebe Grüße, Jenny

Stockholm!

27Feb2017

Hallo zusammen!

nach langer Stille wieder etwas neues von mir  :)

Anfang Februar war ich plötzlich ziemlich erkältet, weshalb ich ein paar Tage erst mal in meinem Bett verbracht habe.

Vor knapp zwei Wochen haben meine Mitbewohnerin und ich bei einem Event teilgenommen, dass sich "Food Safari" nennt. Im Prinzip ist das ein drei-gänge-Menü, gekocht von jeweils unterschiedlichen Menschen, die man davor nciht kennt. Man selbst hat natürlich auch einen Gang vorzubereiten, Karmen und ich mussten das Dessert machen (natürlich das beste der Welt laughing), und aßen die ersten beiden Gänge bei anderen Leuten.

In Prinzip läuft das so ab, man meldet sich an und bekommt dann die Namen der Personen, die einen bekochen, und wann man an welchem ort zu sein hat. Und man bekommt aber ausschließlich die Nummer der Teams, die zu einem kommen, und was diese an Lebensmittelunverträglichkeiten haben. Es treffen bei jedem Gang sechs neue Menschen zusammen, also weiß man nie so genau was einen erwartet.

Pünktlich um 17 Uhr fanden Karmen und ich uns also bei dem besagten Appartement in Raslätt ein, um dann festzustellen, dass eines der Mädchen die uns bekochte unsere Nachbarin war laughing und zu essen gab es Auberginen gefüllt mit Feta und Tomate. Ebenfalls dort waren ein Mädchen aus Indonesien und ein Mädchen aus Südkorea.

Food Safari - Erster Gang

Um halb sieben zogen wir dann direkt weiter zu unserem Hauptmenü. Und wir dachten nach dem erstan Gang schon, dass es eine lustige Runde war, so war diese aber nichts im Vergleich zum Hauptgang. Die Runde bestand aus einer Österreicherin, drei Deutschen und zwei aus Slowenien. Da es hier sehr wenige Studenten aus Slowenien gibt und beide jeweils während ihrer Zeit hier noch keine getroffen hatten, war die Freude darüber ziemlich groß (inklusive umgestoßener Stühle in der Küche, da beide so schnell aufgesprungen sind laughinglaughing)

Food Safari - Hauptgang

Zu Essen gab es Wraps, die man sich je nach belieben belegen konnte smile

Um halb neun mussten wir die Runde leider auflösen, da wir das Dessert vorbereitet hatten und in unsere Wohnung zurück mussten. Und was haben wir vorbereitet? Einen Oreo-Cheesecake, aber seht selbst laughing

Food Safari - Dessert Food Safari - Dessert

Auch hier bestand die rune wieder aus vier Deutschen, einer aus Sloweinien und einem aus Spanien laughing der eine Deutsche der auf dem Bild schräg hinter mit ist, mit der blauen Cap, kommt sogar aus Nürtingen laughing

Am Morgen nach der Food Safari bin ich nach Stockholm gefahren, um mich dort mit Franzi zu treffen und mit ihr dort die nächsten vier Tage zu verbringen :)

Morgens auf dem weg in die Stadt entdeckten wir durch Zufall einen tollen, wohl eher inoffiziellen Aussichtspunkt, und da das Wetter spitze war, hatten wir einen klasse Ausblick über Stockholm!

Am gleichen Tag besuchten das Vasa-Museum, in dem ein fast 350 Jahre altes Schiff ausgestellt ist, das davon 300 Jahre lang auf dem Grund der Stockholmer Bucht lag, bis es 1961 geborgen wurde. und dabei handelt es sich nicht nur um ein Muesum, in dem bloß das Schiff ausgestellt ist, es gibt dort noch viel mehr zu erfahren als sich bloß das Schiff anzusehen!

Viele Dinge sind ersetzt worden, da sie unter Wasser zersetzt oder zerstört wurden, das kann man erkennen, wenn man sich die bilder genau ansieht: wo das Holz heller ist, ist es ersetzt worden, die dunklen Stellen sind alle noch Originialholz.

zum Größenvergleich - Links unten steht eine Person Hier kann man am unteren Ende der Taue sehr gut sehen welches Holz alt und welches neu ist :)

Manch einer wird wohl nun bei den Bildern die Strin runzeln und sich fragen wie ein Holzschiff derart lange unter Wasser liegen kann und dabei so gut erhalten bleibt. Dass es so gut erhalten geblieben ist setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen: zum einen war es lackiertes Eichenholz, dann ist das Wasser der Stockholmer Bucht sehr kalt und der Salzgehalt ist niedriger als normal. Doch nun genug erzählt, vielleicht wird der ein oder andere von euch das Museum in der Zukunft auch noch besuchen wink Es ist einen Besuch definitiv wert!

In den Tagen darauf besuchten wir noch den Drottningholm Palace, das ist die aktuelle Residenz des Königs und der Königin von Schweden, aber natürlich war nicht alles zur Besichtigung freigegeben wink Ebenfalls haben wir auch noch den Wechsel der Wache angesehen, welcher jeden Tag um zirka 12 Uhr stattfindet und ein richtiges Spektakel darstellt, und wir haben noch das Nobelpreis-Muesum angesehen. Das ist ein richtiger Geheimtippp! Da es so viele bekannte Museen in Stockholm gibt, scheint dieses dabei unterzugehen.

 

Am Tag vor unserer Abreise habe ich noch folgendes tolles Foto geschossen, bei dem ich das letzte Licht des Tages eingefangen habe:

Blick auf die Stockholmer Altstadt

Nachdem wir vier tolle Tage in Stockholm verbracht haben, haben wir noch zwei Tage zusammen bei mir in Jönköping verbracht, danach ist Franzi nach Halmstadt gefahren, wo sie noch Freunde hat.

Letzte Woche Mittwoch war ich wieder bei einem Eishockeyspiel hier in der Kinnarps Arena, dieses mal hat Hv71 (Jönköping) gegen Frölunda gespielt. Frölunda liegt aktuell auf dem 2. Platz und Jönköping war letzte Woche auf dem 5. Tabellenplatz, weshalb eigentlich im Vorfeld die Vermutung nahe lag, dass Hv71 verlieren würde. tatsächlich aber waren beide Teams sich so gut wie ebenbürtig, nur fand ich dass Hv71 taktisch etwas besser war. Soweit ich das mit meiner nicht vorhandenen Ahnung beurteilen kann laughing

Tatsächlich fiel das erste Tor erst im letzten Drittel, für Hv71, und 36 Sekunden vor Abpfiff schoss Frölunda ein Gegentor, sodass es 1:1 stand. Dann ging es in die Verlängerung, und was ich nicht wusste, ist, dass das team, was als erstes in der Verlängerung ein Tor schießt, direkt auch gewonnen hat. Hv71 schoss in der Verlängerung nach gerade mal 20 Sekunden ein Tor und gewann so. Und da das so schnell ging, habe ich das nicht einmal mitbekommen laughing

Auch morgen geht es wieder auf ein Eishockeyspiel, gegen den 5. der Tabelle, Jönköping ist mittlerweile auf Tabellenplatz 4 wink Diese Runde geht bis zum 9. März, danach fängt die eigentlich richtig spannende Runde an. Nach dem 9. März werden die 6 besten Teams der Liga im Playoff-Verfahren gegeneinander spielen, und so hat sogar das Team, das auf dem 6. Platz liegt, noch die Chance zu siegen. Die Termine stehen aber erst nach dem 9.03. fest, auch erst ab da kann man Karten kaufen. Es bleibt also spannend!

Ich muss nun meine Schwedisch-Hausaufgaben der letzten male aufarbeiten, weshalb ich an dieser Stelle einen Punkt setze laughing LAsst es euch gut gehen!

Tack för läser och ha det sa bra! smile Jenny

Icehockey!

06Feb2017

Hejhej! smile

In der zweiten Vorlesungswoche ist dann auch mein zweiter Kurs, der schwedisch-Sprachkurs, gestartet und auch auf dem Campus habe ich mich so langsam vollends zurechtgefunden.

Am ersten Tag an dem die Sonne ein bisschen mehr schien, habe ich mich gleich auf die Socken in die Stadt gemacht, denn in der Woche davor hatte ich die Stadt nur neblig zu Gesicht bekommen:

der Vätternsee, hier seeehr neblig :)

 

Die Firma, die das Wohnheim verwaltet in dem ich wohne, hat in der Woche 25 Freitickets für ein Eishockeyspiel der Herren verschenkt. Und was dabei interessant zu wissen ist: Jönköpings Eishockeymannschaft, Hv71, ist in der schwedischen 1. Liga auf Platz Nummer 3. Glücklicherweise konnten Eva, Kathrin (ebenfalls zwei Erasmus-Studentinnen, aus Österreich) und ich noch die letzten 5 Tickets ergattern, weshalb wir uns dann am nächsten Tag, Donnerstag der 02.02., Abends (mit Inga und meiner Mitbewohnerin Karmen, beide auch Erasmus-Studenten) das Spiel ansahen. Wir hatten echt klasse Plätze! Das Spiel war gegen Rögle BK, den letzten der 1. Liga. Wie zu erwarten war, hat Hv71 Rögle BK mit 7:0 platt gemacht. Nichtsdestotrotz hat Rögle BK bis zum Schluss echt gut gespielt, nur war Hv71 besser smile

Einlauf ins Stadion Tor!

Leider, leider ist die Saison schon am 09. März zu Ende, weshalb wir in den nächsten Wochen wohl definitiv noch öfter zu Eishockey-Spielen gehen werden smile

Da auf den Platzkarten stand, dass es für den darauffolgenden Sonntag Freitickets für das "Rekordmatchen" der Frauen von Hv71 gegen Linköping HC gäbe, haben wir uns am Tag darauf gleich auch Tickets für dieses Spiel gesichert. Die Frauenmannschaft von Hv71 sind leider nicht so gut wie die Männermannschaft, erst schoss Linköping ein Tor, dann glich Hv71 aus, darufhin ging das Spiel in die Verlängerung und nach der Verlängerung verlor Hv71 im Shootout/Penalty-Schießen gegen Linköping HC wink So habe ich in einer Woche direkt mal zwei total spannende Eishockey-Spiele gesehen! Und die Tickets für das nächste sind auch schon gebucht smile

Apropos gebucht: Inga und ich werden über Ostern St. Petersburg, Helsinki und Talinn sehen! Die Tickets haben wir heute gebucht. Ich kann es kaum abwarten bis dahin! smile

 Soweit bis heir von mir wink Tack för läser och ha det sa bra! smile

Die erste Vorlesungswoche

29Jan2017

Hej!

Meine zweite Woche in Schweden war die erste Woche, in der dann auch wirklich Vorlesungen stattfanden. Hier in Schweden läuft das mit den Kursen und Seminaren etwas anders, als man es von Deutschland her gewohnt ist. Ist es in Deutschland üblich beispielsweise 4 Kurse/Module in einem Semester zu belegen, die die gesamte Zeit gleichzeitig stattfinden, so folgen hier in Schweden alle Kurse aufeinander. So geht ein Kurs beispielsweise 4 Wochen, findet dafür aber 2-3x in der Woche für 3-5 Stunden statt. Am Ende eines jeden Kurses ist dann die jeweilige Prüfung. Auch ist das Semester hier in zwei Perioden unterteilt, im Sommersemester dauert die erste Periode von Januar bis Ostern, und die zweite von Ostern bis Anfang/Mitte Juni. Diese Verteilung der Kurse macht das lernen sehr angenehm, auch wenn man dadurch schon beginnen muss, nebenher den Stoff zu lernen und zu bearbeiten.

In der ersten Hälfte des Semesters belege ich einen Kurs der sich übersetzt "Sozialraumorientierte Soziale Arbeit mit Gruppen" nennt, ebenso einen Kurs über die schwedische Kultur, Gesellschaft und Sprache. Letzterer war eigentlich nicht in meinem Programm vorhergesehen, ich habe von dem schwedisch-Sprachkurs erst hier vor Ort erfahren, aber glücklicherweise war es mir möglich, diesen noch anstatt eines anderen zu belegen smile Der Kurs der Sozialraumorientierten Sozialen Arbeit scheint auf der einen Seite viel theoretischer Input zu sein, aber findet auch auf der anderen Seite viel in Gruppenarbeit statt. Ich bin die einzige Studentin aus einem anderen Land in meiner Gruppe, der Rest sind nur Schwedinnen, was bedeutet dass sie entweder Schwedisch reden oder extra wegen mir auf Englisch. Das bedeutet dass ich wohl manchmal einiges auf Schwedisch nicht verstehe, aber da Schwedisch und Deutsch sich in einigen Wörten ähnlich sind, ich manchmal (wirklich nur grob) den Diskussionen folgen kann. Aber sie sprechen doch auch relativ viel Englisch wink Ich muss aber ehrlich sagen dass ich selten so eine effektive und positive Gruppenarbeit erlebt habe. Woran das jetzt genau liegt, an der Gruppenzusammenstellung oder an der schwedischen Mentalität, kann ich jetzt nicht genau ausmachen smile Auf jeden Fall macht es (noch :D ) bisher alles total viel Spaß.

In der zweiten Woche meines Aufenthaltes war ich leider immer noch sehr viel beschäftigt mit Lernen auf die Klausur aus Esslingen, die ich hier zu schreiben hatte, mir fiel es viel schwerer als normal, den Stoff aufzunehmen da ich gleichzeitig noch so viel anderes neues tagtäglich zu verarbeiten hatte. Als dann der tag der Klausur kam, bin ich erst mal vergessen worden laughing da eine der beiden Sekretärinnen aus Esslingen krank war, war die andere total überfordert und vergaß total, mir um 9 Uhr morgens meine Klausur per Mail zuzusenden. Erst als ich dann in Esslingen anrief und nachfragte, war die Dame sehr bestürzt und schickte sie mir dann wink Die Zeit, die die Klausur dann später kam, durfte ich glücklicherweise dann auch länger schreiben.

Da ich tatsächlich bis zur Klausur kaum etwas von Jönköping gesehen hatte, habe ich mich am Tag danach gleich mal aufgemacht die Stadt zu erkunden und natürlich wohin noch? Ja, zu Ikea laughing Mein Zimmer war etwas ungemütlich und kahl, weshalb ich mir dann hier ein paar Dinge dafür angeschafft habe.

Da die Geschäfte hier jeden Tag, auch Sonntags, geöffnet haben, ging es Sonntag auch noch einmal zu Ikea. Aber dieses Mal nicht um hauptsächlich etwas einzukaufen, sondern zusammen mit Milena, Catharina und Nona (siehe Bild), da man da für gerade ein mal 69 kronen (zirka 7 Euro) brunchen kann smile Milena, Catharina und Nona sind ebenfalls Erasmus-Studenten, aus Deutschland, Spanien und der Schweiz.

Ikea Brunch mit Milena (li.), Catharina (2. v. li) und Nona (re.)

Nach dem brunch sind wir noch einmal durch den Laden gelaufen, was teilweise auch sehr witzig war und tatsächlich relativ lange gedauert hat, wen wunderts laughing

Danach ging es noch in das angrenzende Einkaufszentrum, durch deren Läden wir schlenderten und den Tag mit einer schwedischen Fika, einer Kaffepause, beendeten.

Cappucino, Chokladbrownie und Chokladbol :)

Und wer schon einmal in Schweden war, der wird nicht darum herum gekommen sein, von einer Fika gehört oder teilgenommen zu haben, denn alle Schweden neigen dazu diese überall und sooft es geht zu machen laughing Man isst (meist) etwas süßes, deren Auswahl hier sehr groß ist und meist Schokolade oder Marzipan enthält und trinkt wahlweise Kaffee, Tee, Saft o.ä. dazu, während man sich unterhält.

"How to Fika" war auch eines der ersten Dinge was man uns Studenten am ersten Tag beigebracht hat, die "real swedish Fika" war am ersten Tag im programm enthalten. Und das gefällt mir hier ganz gut, bisher mit eines der besten Dinge smilewink Das typischste an einer Fika sind die "Kanelbulle" die man gier an allen Ecken kaufen kann. Kanelbulle sind Zimtschnecken und verdammt lecker!

Ebenfalls am ersten tag wurde uns hier ein Video gezeigt, das den "Geist" einer Fika ganz gut beschreibt:

Auch das wurde uns am ersten tag gezeigt, als grober Rahmen, wie man sich in Schweden am besten verhält: laughing

Und tatsächlich sind die Schweden hier so höflich, dass sie möglichst alles vermeiden um andere unter Druck zu bringen, wenn man einen Schweden oder eine Schwedin trifft, die man kennt, grüßt man nur ganz kurz, um den anderen ja nicht in Verlegenheit zu bringen sich mit einem zu unterhalten, obwohl der andere das vielleicht gar nicht möchte laughing Wie lernen die sich dort denn kennen und wie sieht das soziale Miteinander dann in Schweden aus? fragt man sich da ganz spontan. Das habe ich bisher nur zu Teilen durchschaut, aber was ich bisher sagen kann, ist, dass die Schweden unglaublich hilfsbereit und nett sind. Wenn ich hier am Anfang eine Frage hatte oder mich nicht zurecht fand, dann haben sie sich hier alle allergrößte Mühe gegeben um mir am bestmöglichsten zu helfen smile Wenn man in Schweden auch höflich und respektvoll sein will, muss man eines hier beachten: Pünktlichkeit laughing Nicht pünktlich zu sein oder zu spät zum Unterricht zu kommen ist hier sehr respektlos un dich habe sogar auch schon von Lehrenden gehört, die die Tür in der ersten halben Stunde abschließen und so zu spät Kommende die erste halbe Stunde draußen warten lassen. Glücklicherweise habe ich keinen solchen Lehrenden, aber wer mich kennt, der weiß, das sich notorisch immer zu spät bin und auf den Bus rennen muss. Bisher bin ich tatsächlich nur einmal wirklich zu spät gekommen und musste glücklicherweise dann nicht draußen warten laughing

Was das Essen betrifft, so sind meine Ausgaben hier gar nicht viel höher als in Deutschland. Aber den ein oder anderen Fehlkauf habe ich schon gemacht, was dann am Schluss mehr oder weniger gut geschmeckt hat laughing In jeden Supermarkt findet man eine ganze Reihe von "Godis", Süßigkeiten, die man sich nach Belieben selbst zusammenstellen kann:

Vor ein paar Tagen stand ich auch sehr erstaunt vor dem Kühlregal, aber seht selbst:

Welcher darf es denn sein? :D

Welcher Kaviar darf es denn sein? laughing

Ich bin ziemlich begeistert von der Mentalität der Schweden. Ich habe bisher so den Eindruck, dass hier nicht viel gemeckert wird, sondern DInge die nicht zu verändern sind, werden akzeptiert und die Schweden versuchen auf der bestmöglichsten Art und Weise damit umzugehen, das Beste daraus zu machen. Und dabei versuchen sie auch die Wünsche anderer zu respektieren. Nur bin ich mir dabei nicht sicher, ob sie zu höflich sind um "Nein" zu sagen und ich vielleicht zu forsch bin laughing Nun, dafür habe ich ja noch vier Monate um das näher herauszufinden laughing  Schweden wird immer als modernes und forschrittliches Land gesehen und ich habe nun schon öfter Verwunderung von anderen Erasmus-Studenten gehört, dass wir in einem relativ alten Häuserblock/Wohnheim gelandet sind. Nun, hier ist nicht alles total neu. Allerdings ist die Mentalität, so scheint es mir, eben hier sehr modern und fortschrittlich. Religionen werden hier ohne große Umschweife akzeptiert, die Uni hat einen Meditierraum, der gleichzeitig auch als gebetsraum genutzt werden kann, und auch sind Frauen hier in Führungspositionen mehr verbreitet (bestes Beispiel ist das schwedische Kabinett).

Soweit, nun einmal bis hierher smile Tack för läser och ha det sa bra!

 

Kickoff-Week!

22Jan2017

Hallo zusammen!

Da einige von mir nur spärliche Antworten erhalten haben oder diese manchmal ein paar Tage auf sich warten lassen, habe ich beschlossen, einen Blog zu erstellen, um alle die sich für meine Zeit im Ausland interessieren, auf dem Laufenden zu halten. Er wird wohl zeitweise nicht so spektakulär sein, aber jedem immer wieder zu antworten erfordert auch manchmal ganz schön viel Zeit wink

Wie sind die ersten 3 Wochen zusammenzufassen? Die anfängliche komplette Überforderung (in manchen Dingen) ist einer gewissen Normalität gewichen laughing

Mein Auslandssemester verbringe ich in Jönköping in Schweden, die Stadt befindet sich so ziemlich in der Mitte von Südschweden, zwischen Göteborg und Stockholm. Nach Göteborg sind es 2 Stunden Fahrt, nach Stockholm zirka 4. Jönköping hat knapp 94 000 Einwohner und liegt am südlichen Zipfel des Vätternsees. Zum Vergleich: Esslingen hat zirka 91 000 Einwohner und der Vätternsee ist zirka 3x so groß wie der Bodensee.

Ich bin am 15. Januar um 19 Uhr von Frankfurt abgeflogen und um kurz vor 21 Uhr in Jönköping gelandet. Meine Befürchtung, den Treffpunkt des Pick up and Arrival-Service nicht zu finden, war total unbegründet, da der Flughafen hier so klein ist, dass es nur jeweils einen Raum für Ab- und Anreisende gibt. den Weg vom Flugzeug zur Ankunftshalle läuft man einfach, da das nur 50 Meter sind. Das Flugzeug hat, wie ich während des Fluges dann festgestellt habe, auch nur einen Zwischenstopp in Jönköping gemacht und ist dann nach Karlstad weitergeflogen. Also hat mich und noch zwei andere Deutsche, welche hier im Bachelor studieren, ein sehr netter Mann in der Ankunftshalle abgeholt und zum Accomodation Office auf dem Campus gefahren, wo ich meinen Mietvertrag unterschrieb und meine Schlüssel für mein Zimmer erhalten habe. Die Erleichterung über ein Einzelzimmer war dann doch sehr groß laughing

Eine der beiden Deutschen die mit mir am Flughafen ankamen, ihr Name ist Mimi, wohnt im selben Haus wie ich, was sich im Wohnheim selbst dann als sehr praktisch herausgestellt hat. Man konnte isch im Vorfeld für ein Starterpaket mit Bettwäsche, Geschirr und Besteck und allerlei nützlichen Dingen registrieren, was ich auch getan habe. Ich dachte, dass ich dieses bei meiner Ankunft erhalten würde, allerdings war dem nicht so, weshalb ich dann keine Bettwäsche hatte! Mimi hat mir dann netterweise welche ausgeliehen. Das Starterpaket bekam ich erst am tag danach wink

Das Wohnheim in dem ich wohne befindet sich in Raslätt, einem Stadtteil von Jönköping, und ist sehr groß. Es besteht aus 3 Häuserblocks mit insgesamt an die 550 Studenten. In die Innenstadt braucht man mit dem Bus 15 Minuten, der in der Regel alle 10 Minuten fährt. Am Abend meiner Ankunft habe ich mir dann nur noch etwas zu essen gemacht und bin dann ziemlich kaputt ins Bett gegangen.

Am nächsten Tag begann die Einführung morgens um 10 Uhr, auch hier war ich wieder sehr dankbar dass Mimi da war und mir den Weg zum Bus und zum Campus gezeigt hat, alleine wäre das alles wohl deutlich schiweriger geworden. Der erste Tag war auch sehr anstrangend, da wir geradewegs mit Informationen und Dingen, die zu tun waren, bombardiert worden sind. In der ersten Woche hatte ich noch keine Uni, es war eine reine Einführungswoche, die sich hier "Kickoff-week" nennt. Es gab erst einmal morgens und tagüber einen verpflichtenden Teil und abends von den Fakultäten organisierte Aktivitäten. Und dieser Kickoff lässt sich nicht einmal ansatzweise mit dem vergleichen, was ich in Deutschland miterlebt, gesehen oder wovon ich jemals gehört habe smile Das ist echt bombastisch hier!

Die Jönköping University umfasst 4 Fakultäten: die "School of Engineering", die "Jönköping International Business School", die "School of Education and Communication" und die "School of Health and Welfare". Mein Studiengang, Soziale Arbeit, gehört zur School of Health and Welfare. In der Kickoff-week hat jeder Student bei den Aktivitäten Overalls an, die sich wohl am besten mit Maleranzügen vergleichen lassen laughing jede Fakulät hat ihre eigene Farbe, die School of Health and Welfare hat die Farbe weiß, weshalb jeder der dieser Fakultät angehört dann logischerweise einen weißen Overall trägt. Jeder Studiengang hat dann nochmal explizit seine eigene Farbe, man erhält zum Overall dann einen Stoffstreifen mit der jeweiligen Farbe und ein Patch mit dem Namen seines Studiengangs. Soziale Arbeit ist grün. Für jede Aktivität und Party kann man dann Patches kaufen, welche man danach auf den Overall klebt. So wird jeder Overall mit der Zeit voller Patches und immer bunter. Und ebenso ist es üblich, mit einem Edding Sprüche auf die Overalls zu schreiben, an allen Stellen. Und damit meine ich wirklich alle Stellen laughing Nicht selten sieht man jemand in einem Overall und einem Edding auf dem Boden vor jemand anderem knien und den Overall beschreiben laughing Waschen des Overalls ist natürlich strengstens verboten!

Nachdem der offizielle Teil eines jeden Tages abgeschlossen war, gab es Abends eben die Aktionen der Fakultäten, meistens Wettbewerbe in irgendeiner Form. Da aber jede Fakultät unterschiedlich groß ist und auch teilweise sehr viele Studierene hat, gibt es nochmal Untergruppen, also Teams, denen man dann für die Dauer des Kickoffs angehört. Da der erste Tag sehr durcheinander war, habe ich davon nicht wirklich etwas mitbekommen, bin aber trotzdem zur ersten Aktivität gegangen, der sogenannten "Overall ceremony". Und dort bin ich dann wohl alleine und abseits aufgefallen, weshalb ich dann vom Team "IKEA Family" als Zero (am besten wohl vergleichbar mit dem deutschen Ausdruck "Ersti") angeworben wurde. Alle Neuen sind die "Zero's" und die alten, die schon mal einen oder mehrere Kickoffs miterlebt haben, sind die "Fadders". Ich erhielt dann eine gelbe Weste mit dem IKEA-Zeichen drauf, eine Gebrauchsanweisung im Ikea-Stil mit den Songs der IKEA-Familiy und eine IKEA-Family-Karte mit allen Handynummern der Fadders darauf, die ich immer anrufen konnte, wenn ich verloren gehen sollte laughing Es gab noch viele verschiedene Teams, eines hieß zum Beispiel "ABBA", eines "Astrid Lindgren", usw.

Jedes Team hatte dann seine eigenen Lieder und Tänze, die man bei jeder Gelegenheit vorführen musste, ich habe nicht mal die Hälfte von dem verstanden, was in den Liedern stand, da die alle auf Schwedisch waren, aber ich glaube ich möchte einiges auch gar nicht wissen laughing

  Die Fadders der IKEA-Family Mein Overall - noch ziemlich weiß Mein Overall

Da ich ja hier in Schweden noch eine Prüfung von der Hochschule in Esslingen unter Aufsicht schreiben musste habe ich nicht jeden Tag an den Aktionen der Fakultäten teilgenommen, leider. Aber die, an denen ich teilgenommen habe, waren total toll! Ich war am ersten Tag bei der Overall Ceremony, die die Kickoff-week eröffnete, bei der man verschiedene Stationen durchlaufen und jeweils einen Aufgabe zu lösen war, meist sportlicher Art. Dann habe ich ein paar Tage ausgesetzt und Freitags am "Campus Quest" teilgenommen, auch hier haben sie sich wieder was tolles einfallen lassen und ein kleines Theaterstück mit König Gustav aufgeführt, der einen Fadder von jedem Team gefangen nahm, und die Zeros des jeweiligen Teams über den kompletten Campus verteilt aufgaben lösen mussten. Für jede gelöste Aufgabe erhielt das Team einen Clue und nur am Schluss mit allen erhaltenen Clues konnte man seinen Fadder befreien smile Und IKEA ist zweiter geworden! cool

Am Tag darauf, Samstags, fand der Abschluss der Kickoff-week statt, mit einem "swedish sittning". Bitte fragt mich nicht was der Begriff genau bedeutet, ich habe da selbst keine Ahnung davon laughing Im Prinzip war es ein großer Saal, in dem sich alle Teams eingefunden haben, es etwas zu essen und zu trinken gab, gesungen und getanzt wurde und es ein wenig ein Unterhaltungsprogramm gab, was tatsächlich wirklich sehr unterhaltsam war! Nach dem Sittning ging es dann noch in den hiesigen Studentenklub, das Akademien, kurz genannt Aka.

   Swedish SittningRiina, Leonora und Inga :)

Damit war die Kickoff-week dann auch leider schon beendet und die erste Vorlesungswoche begann, dazu dann aber mehr im nächsten Blogeintrag.